Du wolltest es doch – Louisa O´Neill

ANMERKUNG: Ich hatte zum Glück noch nie mit so etwas zu tun und sollte ich in meiner Rezension zu unsensibel sein oder ihr anderer Meinung sein, dann sagt mir das doch bitte.

Du wolltest es doch TB
Rezensionsexemplar

„Man kann ja wohl kaum von einem Typen erwarten, dass er sie von der Bettkante stößt, wenn sie sich ihm so an den Hals schmeißt, oder?“

Klappentext:
Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

Handlungsort: Irland

Erster Satz: „Das Gesicht meiner Mutter taucht hinter meinem eigenen im Spiegel auf, geschminkte Lippen auf gepuderter Haut.

„Eigentlich sollte ich jetzt lächeln. Eigentlich sollte ich mich bedanken.“

Eigene Meinung♥

Wie ich auf das Buch kam
Das Buch bekam ich als E-Book in einer Zusammenarbeit mit Netgalley.de von Carlsen und ist somit ein Rezensionsexemplar.

Inhaltliche Umsetzung
Es geht um das beliebte Mädchens Namens Emma, sie hat beste Freundinnen, quatscht mit ihnen über Jungs und geht gerne in kurzen Outfits, hohen Schuhen und viel Alkohol feiern. Also eigentlich ein ganz normales Teenagerleben, bis es auf einer Party einfach zu viel wird und Emma vergewaltigt wird. Am nächsten Morgen weiß sie gar nichts mehr, aber die ganze Schule hat die Bilder der Nacht gesehen.
Das Buch handelt nicht nur von der Zeit vor der Vergewaltigung, es spielt auch ein Jahr danach und zeigt so, wie sich eine Vergewaltigung nicht nur auf das eigene Leben auswirkt, sondern auch auf das Leben aller anderen Beteiligten.

Dem Thema entsprechend war das Buch sehr ernst und man bekommt einen sehr tiefen Einblick in eine solche Situation, wie es dem Betroffenen mit so etwas ergeht, aber auch was es mit allen anderen Betroffenen (Familie, Freunde, Täter,…) tut, obwohl mir hier die Unterstützung von Freunden und besonders der Familie fehlt.

Protagonisten
Das Buch wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin Emma geschrieben, leider finde ich an ihr nichts sympathisch. Sie ist eingebildet, total von sich eingenommen, selbstsüchtig und egoistisch. Natürlich ist es so viel aussagekräftiger, als wenn sie ein nettes, liebes Mädchen wäre, dem das alles passiert wäre, aber ich persönlich kann Emma nicht leiden, obwohl ich trotzdem Mitleid mit ihr hatte und sagen möchte, dass NIEMAND, egal wie er sich benimmt, so etwas „verdient“!
Auch Emmas Freunde und Familie lernen wir in dem Buch kennen, alle sind sehr oberflächlich und nachdem Zeitsprung verschwinden Emmas Freunde irgendwie komplett. Emmas Eltern finde ich einfach schrecklich, anstatt dass sie ihrer Tochter mal etwas Liebe entgegen bringen, hatte ich das Gefühl, dass sie Emma gar nicht unterstützen, sondern ihr nur vorhalten, wie sehr sie ihr Leben zerstört hätte.

Schreibstil
Das Buch wird aus der Sicht von Emma geschrieben und gibt einen direkten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Das Buch wurde in zwei Hälften aufgeteilt, die ca. beide die gleiche Anzahl Seiten hat, einmal „Ein Jahr davor“ und „Ein Jahr später“. Ich fand es zwar sehr interessant, zu sehen, wie sehr sich alles geändert hatte, aber mir haben die Prozesse gefehlt, denn Emma hatte in diesem Jahr so viel durchlebt, was man gut hätte aufschreiben können, so hatte ich das Gefühl, das etwas „gefehlt“ hätte.
Den Schreibstil selbst fand ich in Ordnung, mir fiel jedoch der Anfang etwas schwer, weil es mir so vorkam, als hätten die Szenen ziemlich schnell und durcheinander gewechselt, außerdem  hat es mich gestört, dass die Gedanken manchmal in kursiver Schrift und manchmal in (Klammern) geschrieben wurden.

Cover
Das Cover zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und der Titel des Buches fördert diese noch, so kann man sich bereits denken, worum es geht.
Das die Szene mit der Rosenbettwäsche und den nackten Beinen im Buch wieder aufgegriffen wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Kritik
Wie bereits erwähnt haben mir die mal in kursiv, mal in Klammern geschriebene Gedanken nicht gut gefallen. Außerdem hätte ich es gut gefunden, wenn man den Zeitraum zwischen dem „Jetzt“ und „Ein Jahr später“ erzählt hätte, denn da ist so viel passiert, was wichtig für Emma war. Zudem hätte mir ein anderes Ende eventuell besser gefallen, auch wenn ich dieses Ende nachvollziehen kann.

Lesespaß/Weiterempfehlung
Ehrlich gesagt, Spaß beim lesen dieses Buches hatte ich keinen, dafür war es viel zu realistisch. Trotzdem kann ich dieses Buch jedem weiterempfehlen, weil über dieses Thema gesprochen werden muss und dieses Buch macht einen wichtigen Anfang.

„Man kann ja wohl kaum von einem Typen erwarten, dass er sie von der Bettkante stößt, wenn sie sich ihm so an den Hals schmeißt, oder?“

Fazit
Wie man vielleicht schon herausgelesen hat, hat mir das Buch so mittelmäßig gefallen. Es ist ein sehr wichtiges Thema, über welches noch viel mehr gesprochen werden müsste, als es schon jetzt der Fall ist und dazu verleitet das Buch. Wer aber ein schönes Buch mit vielen positiven Gefühlen und tollen Szenen erwartet, sollte ein anderes Buch auswählen.

Bewertung
L E S E N S W E R T

Du wolltest es doch.jpg

VIELEN DANK AN NETGALLEY.DE UND CARLSEN FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT ♥

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2 Kommentare zu „Du wolltest es doch – Louisa O´Neill

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